Laurentius Albertus und die "Euangelisch Prognostic"
Laurentius Albertus wurde 1540 in Neustadt bei Coburg geboren. Bereits mit 17 Jahren studierte er in Wittenberg. Sieben Jahre später finden wir ihn in Würzburg. Vom Bischof von Augsburg wird er dazu bewegt, vom evangelischen zum katholischen Glauben überzutreten. Nach einem Studium in Ingolstadt und Siena zieht Albertus nach Wien. Dort wird er 1583 Priester. Danach verlieren sich seine Spuren. Albertus ist vor allem als Sprachwissenschaftler bekannt. Er verfasste eine der ersten Grammatiken für die deutsche Sprache. Im Jahr 1589 veröffentlichte er einen astrologischen Almanach in deutscher Sprache unter dem Titel "Euangelisch Prognostic". Darin erläutert er Planeten, Sternbilder und Tierkreiszeichen und stellt ihren Einfluss auf die Menschen dar. Theoretische Erörterungen spielen
darin keine Rolle.
Albertus scheint über die Reformation ernüchtert. Daher erzeugt er eine düstere Stimmung: Die Planeten sind Vorboten der Laster. Im Zentrum der Erde sitzt der Teufel, die Häresie ist im Zentrum des Universums. Der Autor versteht sein Buch als eine Art Hilfestellung für Katholiken.