Für die Beobachtung der Sterne und Planeten und die daraus abgeleiteten Deutungen waren Astronomen und Astrologen zuständig. Bis in die Frühe Neuzeit waren Astrologie und Astronomie Teilbereiche eines Wissensgebietes. Sie gehörten zum Studienkanon der sieben freien Künste. Im 7. Jh. n. Chr. definiert Isidor von Sevilla die Astrologie als Naturkunde (physica). Darunter versteht er alle
Fächer, die mit Zahlen zu tun haben. Dann versucht er zu unterscheiden:
Astronomie ist die Lehre, die den Lauf der himmlischen Gestirne und die Sternzeichen betrachtet und alle Eigenschaften der Sterne.
Astrologie ist die Lehre, die die Umdrehungen des Himmels und der Sternzeichen bestimmt, die Kraft und den Aufgang der Sterne sowie den Untergang.
Seine Unterscheidung prägte das Verständnis der Fächer in den folgenden Jahrhunderten. Erst allmählich zeigte sich eine stärkere Unterscheidung beider Wissensgebiete. Im Jahr 1664 schrieb der Wittenberger Gelehrte Aegidius Strauch: „Die Schriftsteller unterscheiden gewöhnlich Astronomie und Astrologie: Die erste erklärt die Gesetze der Bewegungen in Sphären und die Theorie, die zweite beurteilt die Stellung der Sterne.“ Astrologie galt also noch nicht als unwissenschaftlich und war auch noch nicht so stark von der Religion separiert wie heute.
Die dargestellte Abbildung stammt aus der Machina coelestis des Autores Johannes Hevelius. Es zeigt Sternforscher, die sich über einen Himmelsglobus beugen und die Tierkreiszeichen beobachten.